Individuelle Therapie

Die wissenschaftlich fundierte Behandlung von Patienten, die eine intensive Psychotherapie unter stationären Bedingungen benötigen, erfordert ein ganzheitliches Konzept. Neben der medikamentösen Therapie werden Einzel- und Gruppentherapien und je nach Symptomatik zusätzlich körperorientierte bzw. kreativtherapeutische Verfahren, Entspannungsverfahren und Stressbewältigungstraining (z.B. Biofeedback, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Qi Gong, Tai Chi) in unterschiedlicher Zusammensetzung angewendet. Es ist klar, dass ein individuelles Problem nur im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplanes und gemeinsam mit dem Patienten gelöst werden kann.

Biofeedback
Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Psyche und Körper sind heute gut untersucht. Am Beispiel des Biofeedback wird das komplexe Zusammenspiel von Körper und Psyche besonders deutlich: Jede Stimmung, jeder Gedanke, jeder zwischenmenschliche Kontakt und jede Handlung verursacht in unserem Körper über die Aktion der Nervenzellen eine energetische Veränderung. Viele Patienten spüren diese körperlichen vegetativen Reaktionen (z.B. Herzfrequenz/Puls, Muskelspannung, Atmung, Hautwiderstand) sehr stark, anderen wiederum ist dieses Körpergefühl verloren gegangen. Mit Hilfe von Biofeedback können diese Reaktionen sichtbar und erlebbar gemacht werden. Mit therapeutischer Hilfe gelingt es dann, die körperlichen Reaktionen bewusst wahrzunehmen, zu verstehen, zu harmonisieren und positiv zu beeinflussen. Mittels Biofeedback wird erlernt, sowohl körperliche als auch psychische Anspannung (Stress) abzubauen und einen ruhigeren, ausgeglicheneren Zustand zu fördern.

Progressive Muskelentspannung (Muskelrelaxation) nach Jacobson
Entspannungsübungen sind vor allem bei Menschen, die unter ständiger Anspannung stehen, geeignet. Der Arzt E. Jacobson beobachtete 1928, dass die Anspannung der Muskulatur häufig mit Unruhe, Angst und psychischer Spannung einhergeht. Die Wechselwirkung zwischen psychischer Befindlichkeit und muskulärer Spannung bzw. Entspannung kann daher therapeutisch genutzt werden. Die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson ist eine der bewährtesten Methoden. Sie ist einfach zu erlernen und im Alltag gut anzuwenden. Verschiedene Muskelpartien des Körpers werden bewusst zunächst angespannt (5-10 Sekunden) und dann wieder losgelassen (20-30 Sekunden). Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung. Durch regelmässiges Üben stellt sich der bewusste und angenehme Entspannungszustand immer rascher ein. Die wahrgenommene Entspannung wird an die Stresshormon-Regulationszentren im Gehirn gemeldet und hilft dabei, das überaktive System langsam wieder herunterzufahren.

Der Therapieplan mit seinen jeweiligen Einzelelementen ist stets individuell und muss gemeinsam mit dem Patienten erstellt und kontinuierlich angepasst werden.