Fallbeispiel Panik

Ich sass ganz gemütlich mit meinen Freunden in einem Restaurant. Plötzlich war mir ganz elend zumute. Mir wurde übel und schwindlig, ich konnte nicht mehr richtig sehen, meine Umgebung nicht mehr koordiniert wahrnehmen und wusste nur noch, dass ich ganz schnell aus diesem Restaurant raus musste. Ich glaubte im nächsten Moment ohnmächtig zu werden und lief so schnell ich konnte nach Hause.

Als ich zuhause war, nahm die Angst zu. Die körperlichen Symptome wurden für mich immer bedrohlicher. Mir war, als hätte jemand den Boden unter meinen Füssen weggezogen und ich dachte: Ich sterbe! Das musste es sein! Noch nie in meinem Leben war es mir so schlecht gegangen, das konnte nur das Ende sein. Ich bat meinen Hausarzt, so schnell wie möglich zu kommen. Er untersuchte mich und sagte, dass mein Puls zwar schnell, alles sonst aber in Ordnung sei. Er gab mir eine Beruhigungsspritze.

Wahrscheinlich hätte ich nur zu viel Kaffee getrunken, meinte er. Langsam ging es mir besser. Zwar fühlte ich mich ungeheuer erschöpft, aber sonst war wieder alles normal. Nach ein paar Tagen erwachte ich plötzlich mitten in der Nacht und in mir war nichts als Panik. Schweiss rann mir die Stirn hinunter und ich spürte meinen Herzschlag überall. Alles drehte sich, ich konnte mich kaum bewegen und bestand nur noch aus dem Gefühl, dass mir schon wieder so furchtbar war. Ich bekam Angst, die Kontrolle über mich zu verlieren. Was war nur los mit mir? Ich bekam immer häufiger solche Anfälle aus heiterem Himmel, z.B. beim Autofahren, Einkaufen, im Kino oder wenn ich ganz gemütlich zuhause beim Lesen war.

Da kein Arzt mir sagen konnte, was mir fehlte, bekam ich heftige Angst vor neuen Attacken. Ich fing an, mich zu beobachten und schon bei einem leichten Schwindel oder Schwitzen kam die Angst in mir hoch, dass es schon wieder losgehen könnte. Ich war verunsichert und fing aus lauter Angst vor einem erneuten Anfall an, öffentliche Orte zu meiden. Es wäre mir sehr peinlich gewesen in der Öffentlichkeit eine Panikattacke zu bekommen. Ich fühlte mich absolut hilflos und getraute mich nicht, mit jemandem über meine Angst zu sprechen.

Brigitte Dubois, Gründungsmitglied von Angst- und Panikhilfe Schweiz APhS