Verhaltenstherapie

 

Ein wichtiger Grundsatz der Verhaltenstherapie besteht in der Annahme, dass jedes Verhalten, auch «Fehlverhalten», erlernt wurde und daher durch neue Lernerfahrungen wieder verändert werden kann.

Am Anfang der Behandlung wird die Häufigkeit, Dauer sowie Intensität der Angstsymptome und deren Auslöser analysiert. Einen besonderen Stellenwert bei der Analyse nehmen die aktuellen Verhaltensweisen und Umweltbedingungen ein.

Als am wirksamsten hat sich die Kognitive Verhaltenstherapie erwiesen. Sie misst den motivationalen und kognitiven Prozessen (Gedanken, Gefühle, Einstellungen) wesentliche Bedeutung bei.

Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) umfasst vier Hauptaspekte:

  • Durch Information werden falsche Vorstellungen über die Angst abgebaut.
  • Bei der kognitiven Umstrukturierung wird mit Hilfe gedanklicher Übungen der Angst entgegengewirkt. Dabei lernt der Betroffene die Angstsituation realistischer zu beurteilen.
  • Bei Expositionsübungen wird der Patient schrittweise mit der Angst auslösenden Situation konfrontiert. Er lernt, dass er die Angst aushalten kann, dass sie nach einer bestimmten Zeit abklingt, ohne dass ihm etwas Schlimmes passiert.
  • Grundprinzip der Behandlung ist, nicht nur die Angst zu reduzieren, sondern auch Angstbewältigungsstrategien zu vermitteln.

Dabei lernt der Betroffene, auch ohne Therapeuten mit der Angst umzugehen. Geeignet sind z.B. Atemtechniken, Muskelentspannungsübungen und Wahrnehmungsübungen.

Eine Verhaltenstherapie ist im Normalfall kurz und zielorientiert. In nicht wenigen Fällen dauert die Therapie aber auch länger, insbesondere bei komplexen Situationen und langer Krankheitsdauer (z.B. Zwangserkrankungen, bei gleichzeitigem Vorliegen verschiedener Störungen).

Der Patient kann durch «Hausaufgaben» zwischen den einzelnen therapeutischen Sitzungen aktiv an der Therapie mitwirken. Die «Hausaufgaben» brauchen zu Beginn ein bisschen Mut.